Never fuck with the Germans

Ein amerikanischer Tourist wurde von einem - schätzungsweise - Einheimischen verprügelt, da er betrunken in Dresden den Hitlergruß entbot. Auch wenn ich Gewalt eigentlich ablehne, muss ich gestehen, dass sich mein Mitleid in Grenzen hält. Scheint übrigens gang und gäbe zu sein, als Tourist in Deutschland die Funktionstüchtigkeit des rechten Armes zu überpüfen. Irgendwie überwiegt bei mir schändlicherweise das Gefühl, dass “das richtige Signal” in die Welt gesendet wurde (die verlinkten Artikel führen zur Washington Post).

Man beachte auch die über 1800 Kommentare zum ersten Link. Bester Kommentar:

Germany. Tell you what. Just hang onto him. We don’t need him back. giscone

:-)

Will ich damit Gewalt legitimieren? Nein, natürlich nicht. Ich gestehe mir nur so etwas wie eine klammheimliche Schadenfreude ein. Gleichzeitig frage ich mich, ob es nicht viel eher Gewalt legitimieren würde, hätte man den Hitlergruß nicht “entsprechend beantwortet”. Ich finde nicht, dass man hierzulande (Germany) Humor mit sowas haben müsste. Die Welt soll ruhig wissen, dass Nazis hier einen schweren Stand haben.

Und andererseits: Gibt es dadurch weniger Nazis, dass man derartige Sachen unter Strafe stellt? Führt das nicht gleich wieder zur Trotzreaktion, zu seltsamer “Solidarisierung”? Zu Leuten, die uns wieder erzählen wollen, dass da jemand gewaltsam an seiner freien Meinungsäußerung gehindert wurde? Sich nur einen Spaß erlaubt hat? Dass Gewalt niemals gerechtfertigt ist, auch nicht in diesem Fall?

Wahrscheinlich muss man in diesem Fall einfach trennen: Eine Demokratie lässt sich wahrscheinlich nicht führen, wenn Leute anderer Meinungen verprügelt werden. Auch wenn “der Staat” s. G20 auch selber gern mal “ordentlich hinlangt”. Hamburger Linie und so. Schadenfreude zu empfinden ist aber wohl durchaus menschlich.